Im Gespräch mit Mike Hillenbrand

Corona Magazine: Hallo Mike. Vor einigen Monaten saßen wir zusammen und du hast mir erklärt, dass die Phantastika 2018 nicht stattfinden wird. Es seien hauptsächlich Anfragen und Anmeldungen aus dem nicht literarischen Bereich gekommen, deren Wünsche die Phantastika mehr in Richtung einer Comic Con ausgerichtet hätten.

Mike Hillenbrand: Hallo Markus, genau. Wir haben die Phantastika ja konzipiert, um die phantastische Literatur in Deutschland zu pushen und wollten eben keine Media-Veranstaltung sein, die nebenbei auch Literatur präsentiert. Das Ziel war, anders zu sein.

CM: Und jetzt ist alles anders?

MH: Jupp. „Alles bleibt anders“ heißt es und wir waren überrascht und erfreut, als sich die Veranstalter der German Comic Con bei uns meldeten. Einige aus dem Team waren letztes Jahr auf der Phantastika und ihnen gefiel, was sie sahen. Nachdem sie zuerst ihr Bedauern über die Absage ausgedrückt haben, kamen sie einige Wochen später mit dem Vorschlag, die Phantastika dieses Jahr doch stattfinden zu lassen – als Teil der German Comic Con Berlin.

CM: Ähm, da spüre ich doch glatt einen Widerspruch?

MH: Es lohnt sich halt immer, hinter die erste Zeile zu blicken. (grinst) Ich gebe zu, dass wir anfangs auch skeptisch waren. Doch letztlich haben wir einen Widerspruch gesehen, wo es keinen gab. Die Phantastika ist eine Literaturveranstaltung und wird das auch bleiben! Wir haben uns häufig, intensiv und vor allem konstruktiv unterhalten, und mit dem Ergebnis sind wir alle mehr als zufrieden. Die Kombination aus Phantastika und German Comic Con ist mehr als spannend für alle Beteiligten!

CM: Wie sieht dieses Ergebnis denn im Detail aus?

MH: Also, eine Woche nach der Buchmesse – an dem Termin konnten wir leider nun mal nichts ändern – findet die Phantastika am Samstag und Sonntag, 20./21. Oktober, als Teil der German Comic Con Berlin statt. Mit einer Karte der einen kommt man auf die andere und umgekehrt. Die German Comic Con Berlin ist so wie sie immer war und wie sie alle ihre Besucher lieben, die Phantastika widmet sich ausschließlich der phantastischen Literatur, mit Lesungen, Diskussionen, Ständen und der Verleihung des Deutschen Phantastik Preis am Samstag von 16:00-18:00 Uhr.

CM: Mit Verlaub, die Preise für die Stände auf der German Comic Con sind jetzt gar nicht mit den Standpreisen auf der letzten Phantastika zu vergleichen.

MH: Und darum hat das alles auch ein wenig gedauert. Wir wollten zwei Welten zusammenführen und das geht nur, wenn man jede Welt versteht und ihre jeweiligen Eigenheiten berücksichtigt. Für die Kleinverlage unserer Szene haben wir besondere – und extrem gute, wie ich finde – Konditionen ausgehandelt, die auch berücksichtigen, dass es ja gar nicht mehr so lange bis Ende Oktober ist.

CM: Und die Buchmesse ist nur eine Woche davor…

MH: Ja, klar. In Frankfurt und in Dreieich sind am Wochenende davor für Verlage attraktive Veranstaltungen. Jetzt kalkulieren die Macher der German Comic Con Berlin mit bis zu 30.000 Besuchern, was ich nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre für realistisch halte. Ich bin sehr sicher, dass 99% dieser Besucher den Weg in die Phantastika finden werden.

CM: Warum?

MH: Von den vielen Hallen dieser sehr charismatischen Location bekommen wir die beiden, die ich als die attraktivsten betrachte. Mit einem Phantastika-Counter, unseren sehr comichaften Figuren und dem Programm, das wir auf die Beine stellen werden, ziehen wir die Leute schon bei uns rein. Und dann liegt es an den Ausstellern, ihre Produkte so zu präsentieren, dass wir unsere Leidenschaft, unser Geistes Kind rüberbringen und so ansteckend wie möglich wirken. Und natürlich ist es auch für uns vom Verlag in Farbe und Bunt eine wunderbare Möglichkeit, uns zu zeigen. Wir haben tolle neue Projekte in der Pipeline, wenn ich da zum Beispiel an unsere neue E-Book-Reihe WELTENWANDLER, unsere Jugendbücher aus der Reihe JUNGE HELDEN, viele spannende Romane, Hörbücher, Audiobooks oder unsere Star-Trek-Sparte denke, in der Sachbücher und einige Überraschungen erscheinen werden. Wir freuen uns sehr darauf, den Menschen davon zu berichten und mit unseren Kolleginnen und Kollegen anderer Verlage sowie den Autoren und Künstlern die Literatur in dieser tollen Metropole zu feiern. Es werden sehr viele Menschen dabei sein, die nicht in Frankfurt und Umgebung gewesen sein werden.

CM: Also günstige Stände, viele Besucher, schöne Location, attraktives Programm und die Verleihung des DPP am Samstagabend – wie sind die Eintrittspreise?

MH: Nun ja, teurer als letztes Jahr in Oberhausen. Es sind aber haargenau die Eintrittspreise der German Comic Con, sonst würde das ja keinen Sinn machen. Aber man bekommt als Besucher nun eben auch so viel mehr – und die Verleihung des Deutschen Phantastik Preis ist im Eintritt auch enthalten.

CM: Du bist mit allem zufrieden?

MH: Ich hätte gerne, wirklich gerne, die Phantastika 2018 in Oberhausen gesehen, aber da mussten wir eine Entscheidung treffen. Unser Ziel, die deutsche Phantastikliteratur angemessen zu präsentieren – und das einem völlig neuen Publikum – muss man aber unabhängig davon betrachten. Die Leute rund um Markus und Daniela Borchert sind offensichtlich hoch anständig und hören tatsächlich zu. Selten habe ich so konstruktive Gespräche geführt und darum haben Björn und ich beschlossen: Das machen wir. Also machen wir das jetzt. Und ich habe das Gefühl, es wird groooßartig!

CM: Es klingt tatsächlich super. Ich freue mich drauf. Wo kann ich mehr erfahren?

MH: Natürlich auf www.phantastika.de. Alles über die zwei Hallen, die zwei Lesebühnen, den DPP, die Standpreise und was man sonst noch so wissen möchte. Ansonsten E-Mail schreiben: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

CM: Mike, wir sehen uns in Berlin?

MH: Wir sehen uns in Berlin. Und ich hoffe darauf, dass wir viele Phantastika-Besucher des vergangenen Jahres ebenfalls dort sehen werden. Und übrigens.. ich freue mich auch drauf. 😊

Das Interview führte Markus Gehde.
Copyright © 2018 in Farbe und Bunt Verlags-UG. Alle Rechte vorbehalten.